Advantage Austria Navigation zeigen

Die Möbelindustrie steigert Export 2011 um 2,3 Prozent

EIFC
20. Juni 2012

Die Österreichische Möbelindustrie hat in Wien die Generalversammlung des Verbandes der Europäischen Möbelindustrie (EFIC) kürzlich organisiert.

Im Jahr 2011 ist die Gesamtproduktion der Möbelindustrie in Österreich gemäß den jetzt vorliegenden Zahlen um 3,3 Prozent auf knapp 2,3 Mrd. Euro gesunken. Der statistische Rückgang geht allerdings hauptsächlich auf einen starken Einbruch bei einem Teil der Zuliefererindustrie zurück*. Diese hatte ein Minus von 20,1 Prozent zu verzeichnen. Betrachtet man allein die Zahlen der Möbelhersteller im engeren Sinn, ergibt sich ein Produktionszuwachs von 2,3 Prozent und damit ein größeres Wachstum als im Vorjahr.

Dr. Georg Emprechtinger, Vorsitzender der Österreichischen Möbelindustrie, interpretiert das Ergebnis daher optimistisch: „In Österreich produzierte Möbel genießen großes Vertrauen. Dafür sorgt handwerkliche Verarbeitung kombiniert mit industrieller Präzisionstechnik und einem ehrlichen Anspruch an Funktionalität und Langlebigkeit. Auch im Design gewinnen Möbel „made in Austria“ immer mehr Aufmerksamkeit.“ Zudem herrsche in den wichtigsten Zielmärkten ein gutes Konsumklima, das die Möbelhersteller trotz Euro- und Schuldenkrise auf ein erfolgreiches Jahr 2012 hoffen lässt.

„In Österreich und Deutschland, dem wichtigsten Exportmarkt, sind die Rahmenbedingungen so gut wie lange nicht: beide Volkswirtschaften haben positive Wachstumsprognosen, die Beschäftigtenquote ist hoch wie nie, die Löhne und der Konsum steigen und es wird kräftig gebaut, wovon die Möbelindustrie profitiert“, so Dr. Georg Emprechtinger. Auch der jüngste WIFO Konjunkturtest weist in diese Richtung: Laut einer Umfrage vom April 2012 zeigt sich die österreichische Möbelindustrie zufrieden über die Auftragsbestände.

Der Export belebte die Branche mit einem Plus von 2,4 Prozent bei einem Volumen von etwa 1,3 Mrd. Euro – ungeachtet der im internationalen Vergleich hohen Produktionskosten für Qualitätsmöbel. Über 90 Prozent der Exporte erfolgten innerhalb Europas. Die wichtigsten Exportländer Österreichs sind in der EU Deutschland, Polen, Italien sowie die Schweiz. Dabei verdrängte Polen die krisengeschüttelte Republik Italien erstmals vom zweiten auf den dritten Platz der wichtigsten Handelspartner. Allerdings liegen auch die Möbelimporte nach Österreich mit 11,3 Prozent Zuwachs im Aufwärtstrend und stehen im Wettbewerb zur heimischen Industrie. Mit großer Sorge nicht nur im Blick auf Österreich, sondern auf ganz Europa, warnt Emprechtinger vor dem stark zunehmenden Preisdruck aus Asien, allen voran China: „Innerhalb von nur fünf Jahren hat sich die Möbelproduktion in China mehr als verdreifacht. 2010 belief sie sich auf 130 Mrd. US-Dollar. Deutschland oder Italien erreichten dagegen nur rund 20 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig steigen die Rohstoffpreise stark.“

Österreich importierte 2011 14,4 Prozent mehr Möbel aus China als im Vorjahr. Der Gesamtwert von knapp 130 Mio. Euro entspricht fast 7 Prozent aller Möbelimporte. „China kann unglaublich günstig produzieren.“, erklärt Emprechtinger. Grund seien beispielsweise niedrige Löhne sowie lasche Arbeitsschutz- und Umweltstandards.

Der Österreichische Möbelverband setzt sich daher auf europäischer Ebene dafür ein, mit Hilfe neuer politischer Instrumente mehr Chancengleichheit zu schaffen, etwa einer Deklarationspflicht für Möbel und die Förderung nachhaltiger, Klima schonender Produktion in Europa. Doch die Situation sollte uns nicht zu sehr beirren, denn offenbar zählt beim Verbraucher nach wie vor die Qualität: Aus Deutschland wurden Möbel im Wert von 950 Mio. Euro eingeführt bei einem Zuwachs von 12 Prozent. Der Anteil Deutschlands am österreichischen Import beläuft sich damit auf fast 52 Prozent.

  

drucken
©©ADVANTAGE AUSTRIA