Im Bereich modernes Bauen und Wohnen konnten in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt werden. Unter den zahlreichen neuen Bautechnologien ragen vor allem die Folgenden heraus:
Unter dem Begriff Biomasse versteht man die gesamte durch Tiere oder Pflanzen erzeugte organische Substanz. Die durch Fotosynthese gewonnene Sonnenenergie kann zur Wärmegewinnung, Treibstoffproduktion oder Stromerzeugung genutzt werden. Biomasse gilt als erneuerbarer Energieträger, welcher umweltfreundlich und klimaschonend verbrennt. Zusätzlich kommt auch dem Biogas eine große Bedeutung als Energieträger zu. Biogas entsteht durch Fermentation nasser, organischer Rohstoffe (z.B. Gülle, Küchenreste, Schlachtabfälle).
Beim Sonnenhaus steht die aktive Nutzung der Sonnenenergie im Mittelpunkt. Mindestens 50% des gesamten Wärmebedarfs werden mit einer Solarwärmeanlage, der Rest mit Biomasse abgedeckt. Das Ziel des Sonnenhaus-Modells ist es, bei niedrigem Energiebedarf einen möglichst hohen Wohnkomfort zu erreichen. Weiters soll eine weit gehende Unabhängigkeit von Energiekrisen gesichert werden.
Die Nutzung von Erdwärme mittels Wärmepumpen eröffnet ein neues und bisher viel zu wenig genutztes Energiepotenzial. Im Schnitt nimmt die Temperatur ab der Erdoberfläche pro 100 m Tiefe um etwa 3 °C zu, sodass eine enorme Wärmemenge zur Verfügung steht. Die im Erdkörper vorhandene Wärmemenge übersteigt den Energiebedarf der Welt um ein Vielfaches. Erdwärme und geothermische Energie stellen damit nachhaltige und unerschöpfliche Wärmequellen dar. Die Energieversorgung des Wohnraumes mittels Erdwärme erfolgt durch eine tiefe Erdwärmesonde, welche mittels Tiefenbohrung eingebaut wird.
Unter dem Begriff intelligentes Haus versteht man ein Haus, das über eine so genannte intelligente Haussteuerung verfügt. Dabei handelt es sich um einen Computer, der mit sämtlichen, im Haus vorhandenen technischen Einrichtungen und elektrischen Geräten verbunden ist und diese steuert.
Das intelligente Haus setzt neben neuartiger Technik auch auf den Faktor Ästhetik. So können beispielsweise die unzähligen Schalterfunktionen von Lampen, Jalousien und anderen Geräten in eine Bedienungsfunktion zusammengefasst werden. Durch diese Funktion können die durch vielzählige Schaltereinrichtungen verunstalteten Wände vermieden werden.
Weiters sind intelligente Häuser in der Lage die Anwesenheit von Personen im Haushalt zu kontrollieren und dementsprechende Aktionen durchzuführen (z.B.: Alarmanlage und Lichter ein- und ausschalten, Heizung und Raumtemperatur regeln). Zusätzlich kann das intelligente Haus automatisch Informationen über den Zustand des Hauses per SMS an das Telefon des Hausbesitzers weiterleiten.
Der österreichische Markt Neues Bauen setzt sich aus vielen Klein- und Mittelunternehmen, die sich vorwiegend auf die Bereiche Solarenergie, Biomasse und Erdwärme konzentrieren, zusammen. Der Bereich intelligentes Haus ist bislang der kleinste Bereich im Markt Neues Bauen. Das erste intelligente Haus wurde von der Firma Cisco Systems im Jahr 2003 im Fertighauspark „Blaue Lagune“ in Wien präsentiert. Da die Kosten für ein intelligentes Haus bislang aufgrund der neuwertigen Technologie noch sehr hoch sind, setzt sich dieser Markt momentan nur aus wenigen aktiven Kunden zusammen und ist daher noch sehr klein.
Der Markt Neues Bauen umfasst eine Vielzahl an Einzelbereichen. Die genaue Anzahl der in diesem Bereich tätigen österreichischen Unternehmen kann nur schwer festgestellt werden. Die Recherchen zeigen, dass dieser Markt stetig wächst und sich immer mehr Cluster und Netzwerke bilden. Zu den bedeutendsten Clustern zählen unter anderem
beschäftigen sich weitgehend mit dem Themenbereich Neues Bauen und Wohnen.
Im Bereich Forschung gibt es bis dato nur wenige Institute, die sich intensiv mit dem Thema Neues Bauen auseinandersetzen. Hier sind unter anderem
Die Fachhochschule Joanneum in Graz bietet mit ihrem Studiengang Ingenieurbau und Baumanagement neben der allgemeinen Ausbildung im Bauwesen auch einen tieferen Einblick in die Thematik Neues Bauen und Wohnen an.
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