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Geografische Informationssysteme  in Österreich 

Person arbeitet am Computer  © AUSTRIAN TRADE

Die Geoinformationsbranche in Österreich wächst seit rund 25 Jahren stetig. In dieser kurzen Zeit hat sich Österreich zu einem der fortschrittlichsten Anbieter in dieser relativ jungen Branche entwickelt. 

 

Was sind Geografische Informationssysteme?

Ein geographisches Informationssystem (auch: Geo-Informationssystem, Kurzform: GIS) ist ein rechnergestütztes Informationssystem und ermöglicht

  • die digitale Erfassung und Redigierung
  • die Speicherung und Reorganisation
  • die Modellierung und Analyse
  • sowie die alphanumerische und graphische Ausgabe


von raumbezogenen Daten.

Dabei werden geographische Daten mit Sachdaten und Nutzungsattributen gemeinsam verarbeitet und innerhalb eines GIS miteinander verknüpft. Dies bildet die Grundlage für eine effiziente Auswertung und Beurteilung des Geländes durch ein Geo-Informationssystem.
Die Bezeichnung GIS umfasst sowohl

  • eine Technologie
  • als auch Produkte
  • sowie Vorhaben zur Bereitstellung von Geodaten.


Anwendungsbereiche für Geografische Informationssysteme

Geographische Informationssysteme leisten heute wertvolle Dienste in allen Bereichen der Datenverwaltung sowie der Entscheidungsfindung. Da ihre Leistungsfähigkeit kontinuierlich zunimmt, stehen GIS vor einem Durchbruch in sämtliche Bereiche raumbezogener Informationen. Die GIS-Industrie freut sich daher über jährliche Wachstumsraten.

Rauminformationssystem (RIS)

Dieses Instrument dient zur Entscheidungsfindung und besteht aus einer Datensammlung

  • zur Bevölkerungs-, Wirtschafts- und Siedlungsentwicklung
  • zum Infrastrukturausbau
  • zur Flächennutzung und
  • zu den Ressourcen, die in regionale Entwicklungsprogramme und raumbedeutsame Vorhaben einfließen.


Das RIS unterstützt die Planung und Entwicklung der relevanten Bereiche.

Landinformationssystem (LIS)

Ein sehr detailreiches Hilfsmittel zur Entscheidungsfindung in Recht, Verwaltung und Wirtschaft sowie für Planung und Entwicklung. Es bezieht sich in erster Linie auf die vermessungstechnische Abbildung der Erdoberfläche in Form von digitalen Karten und Eigentumsnachweisen (Grundbuch).

Kommunales Informationssystem (KIS)

Bezeichnet das Informationssystem einer politischen Gemeinde, das aus den Geobasisdaten des LIS und dem Luftbild besteht.

Umweltinformationssystem (UIS)

Ein Instrument zur Bereitstellung von Umweltinformationen, welches aus mehreren Umweltdatenbanken besteht und leistungsfähige Zugriffs- und Auswertmethoden zur Ableitung von Umweltinformationen, unterschiedlichster Themen, bietet. Es liefert Daten zur Beschreibung des Umweltzustandes hinsichtlich Belastungen und Gefährdungen und bildet somit die Grundlage für Maßnahmen des Umweltschutzes.

Fachinformationssystem (FIS)

Sind eine besondere Klasse der Geo-Informationssysteme, die fachbezogene Aufgaben unterstützen und zur Lösung konkreter Fachanforderungen notwendig sind. Dazu zählen insbesondere Spezialanwendungen wie beispielsweise Geographie, Bauwesen, Verkehrsplanung und Touristik.

Bodeninformationssystem (BIS)

Umfasst die Daten der Bodenkunde sowie der Geologie und enthält im engeren Sinn Daten zur örtlichen Verbreitung der Bodentypen und ihrer Eigenschaften wie unter anderem Bodenaufbau, Humusgehalt und pH-Wert. Es sind meist sehr komplexe, nur in interdisziplinärer Kooperation aufbaubare Gebilde, weshalb man ein BIS sehr häufig in verschiedene FIS untergliedert (z.B. Bodenkartierung).

Netzinformationssystem (NIS)

Dieses Instrument erfasst, verwaltet, analysiert und präsentiert Betriebsmitteldaten, welche sich auf die Netzwerktopologie beziehen. Dabei steht die geometrische und graphische Dokumentation des Leitungsbestandes im Vordergrund. Daher kann man die NIS auch den Facility Management Systemen zuordnen. Insbesondere Ver- und Entsorgungsunternehmen arbeiten mit dieser speziellen Form von Geo-Informationssystemen.

Kompetenz aus Österreich

In Österreich werden Geodaten zentralistisch verwaltet. Diese zentralistische Hoheit über Geodaten hat in Österreich eine lange Tradition. Kaiser Franz Joseph I ordnete bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Vermessung des Donaureiches an. Bis heute erhebt und verwaltet das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV) in Wien die Geobasisdaten Österreichs. Daher liegen die österreichischen Daten – anders als z.B. die deutschen – einheitlich vor.

Der GIS-Cluster Salzburg , ein Zusammenschluss von 13 österreichischen GIS-Unternehmen, hat sich Mitte der 80-er Jahre in Salzburg gebildet und ist ein international anerkanntes Kompetenzzentrum im Bereich der Geo-Wissenschaften. Das dort ansässige Kompetenzfeld hat mit dem


eine wissenschaftliche Komponente und ist weiters Standort für eine Vielzahl an kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs). Diese KMUs wurden großteils durch Absolventen der Universität Salzburg gegründet und haben ihren operativen Schwerpunkt im Bereich Geo-Information.

Der GIS-Cluster Salzburg ist aufgrund seiner Größe und Angebotsvielfalt einzigartig im internationalen Raum. Er repräsentiert das Geoinformations-Kompetenzfeld nach außen hin und positioniert die Region Salzburg als das GIS-Kompetenzzentrum in Österreich. Die im GIS-Cluster kooperierenden Unternehmen bieten eine vollständige Palette von

  • Diensten räumlicher bzw. geographischer Datenerfassung
  • Datenbank-Organisation
  • Informationsanalysen
  • Visualisierung
  • sowie Kommunikation,
  • eingebettet in umfassende Projektkompetenz, an.


Salzburg wird auch jedes Jahr zur Drehscheibe der deutschsprachigen GIS-Welt, da in der Stadt das Symposium und die Fachmesse für Angewandte Geoinformatik (AGIT) veranstaltet wird. Die AGIT ist die wichtigste Plattform für den Austausch von Erfahrungen, das Kennenlernen neuer Entwicklungen und das Vorstellen innovativer Projekte.

Der österreichische Dachverband für Geographische Information (AGEO) ist die fachübergreifende Vereinigung aller GIS-Interessenten in Österreich und übernimmt deren Vertretung innerhalb Österreichs und in internationalen Organisationen. Seit 2004 haben die Bundesländer Österreichs auch eine gemeinsame Internetplattform, über die zentral die verfügbaren Geodaten eingesehen werden können. Auf www.geoland.at bieten die österreichischen Bundesländer einen freien Zugriff auf wichtige Geofachdaten an und setzen somit einen ersten konkreten Schritt in Richtung einer liberaleren österreichischen Geodatenpolitik.

Neben den GIS-Vereinigungen (AGEO, Z_GIS) und dem GIS-Cluster Salzburg, sowie vereinzelt bestehenden Technologieparks (Villach, Zell am See) gibt es in Österreich auch bereits viele universitäre Institute mit dem Fokus auf Geo-Wissenschaften. An den Technischen Universitäten in Graz und Wien gibt es ein hervorragendes Angebot an Studiengängen zu diesem Themengebiet. An der Fachhochschule Technikum Kärnten hat man die Möglichkeit das Studienprogramm „Geoinformation“ zu studieren. Weiters bietet das Zentrum für Geoinformatik der Universität Salzburg berufsbegleitende UNIGIS-Fernstudien und Seminare im Bereich der Geo-Wissenschaften an.

 
 
 
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