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Filmwirtschaft

Filmrolle © photocase.com/hoppelhässchen

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Österreichs Filmwirtschaft hat eine bewegte Vergangenheit. Und macht in den letzten Jahren wieder verstärkt auf sich aufmerksam. Preise und Nominierungen in Venedig und Cannes zählen zur jüngsten Erfolgsgeschichte. Radikal und unterhaltsam zugleich, so könnte eine Beschreibung des typisch österreichischen Films lauten.

Inhalt:

Tradition und Innovation

Der Neue Österreichische Film

Heute steht das heimische Filmschaffen für herausragende Vielfältigkeit und Eigenwilligkeit. Mit bissigen Satiren und sozialkritischen Dokumentarfilmen setzt der Nachwuchs die erfolgreiche Tradition mühelos fort. Nominierungen und Preise in Cannes und Venedig, zahlreiche Auszeichnungen auf internationalen Filmfestivals belegen das Ansehen des Neuen Österreichischen Films.

Wegbereitend - der Avantgardefilm

Ein wesentlicher Beitrag Österreichs zur internationalen Filmgeschichte liegt im Avantgardefilm. Das nicht kommerziell orientierte, experimentelle Filmgenre setzt filmische Mittel abseits gängiger Traditionen ein. Seit Beginn der Fünfzigerjahre hat sich damit eine Tradition modernen Filmschaffens etabliert, die Wegbereiter für die heutigen Erfolge war.

Sparten und Strukturen

Was die absolute Größe betrifft, ist Österreichs Filmindustrie ein kleines Licht in Europa. Was das künstlerische Renommee betrifft, da sind Österreichs Filmschaffende Top.

Die Wertschöpfungskette

Die Wertschöpfungskette der Filmwirtschaft reicht von der Kreation über die Produktion, Bearbeitung und Vervielfältigung bis zum Vertrieb und dem Verleih. Neben dem Film gehören auch die Formate Video & DVD zur Filmwirtschaft.

Im Bereich Kreation verschwimmen die Grenzen zwischen Kino-, Fernseh-, Werbeproduktionen und Kunst- und Kurzfilm. Der Anteil der Kinoproduktion beschränkt sich auf rund ein Zehntel der gesamten Filmherstellung. Der Fernsehfilm hält den weitaus größten Anteil. Wichtigster Auftraggeber, Produzent und Förderer ist in Österreich der ORF, die öffentlich rechtliche Fernsehanstalt.

Kennzeichnend für die heimische Filmwirtschaft ist die kleinteilige Struktur aus Kleinbetrieben und Selbstständigen, die einigen wenigen Finanzierungsinstitutionen gegenüber stehen. Ein weiteres Merkmal ist die intensive Interaktion mit der Werbewirtschaft und dem Multimedia-Bereich.

High-Tech-Land Österreich

Österreich ist ein Hightech-Land und seine Kreativen haben mit den rasanten technischen Entwicklungen der letzten Jahre stets Schritt gehalten. Stellvertretend seien hier nur einige Beispiele genannt:

  • ARRI Rental , die revolutionäre 35-mm-Filmkamera
  • Riha Film , ein Entwickler von innovativen Filmgeräten für Spezialanwendungen

Fernsehen und Hörfunk

Der Markt für Radio und Fernsehen ist in Österreich relativ klein, da er erst sehr spät für private Anbieter geöffnet wurde (Hörfunk:1995; TV: 2002). Der ORF erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über 800 Millionen Euro aus Gebühren und Werbung. Im TV-Bereich hat er mit seinen zwei TV Programmen ORF1 und ORF2 noch immer eine eindeutige Vormachtsstellung.

Mit dem Wiener Sender ATVplus gibt es derzeit nur einen einzigen privaten Mitanbieter mit einer durchschnittlichen Reichweite von rund 3,2 %. Starke Konkurrenz kommt von ausländischen Programmen, die über Kabel und Satellit empfangen werden können. Im internationalen Vergleich nimmt der ORF derzeit Rang 20 unter den europäischen TV-Anstalten ein.

Der ORF ist wichtigster Auftraggeber, Produzent und Förderer der österreichischen Filmbranche.

Kreation und Produktion

Österreichische Dokumentar-, Kurz- und Spielfilme sind auf Filmfestivals so präsent wie nie zuvor und gewinnen jährlich angesehene Filmpreise. Diese Erfolge sind vor allem Einzelleistungen, sie verweisen auf das beachtliche kreative Potential und das Know-How der Produzenten.

Die kreativen Köpfe der Filmszene

  • Einer der bisher erfolgreichsten österreichischen Filme ist „Die Klavierspielerin“ von Michael Haneke mit weltweit rund 2,5 Millionen Besuchern.
  • Im Bereich des gesellschaftskritischen Dramas angesiedelt ist Ulrich Seidls österreich-kritische Produktion „Hundstage“ (2001).
  • Mit sozialkritischen Dokumentarfilmen sorgten Erwin Wagenhofer („We Feed the World“, 2005), Hubert Sauper („Darwins Alptraum“, 2004) und Nikolaus Geyrhalter („Unser täglich Brot“, 2006) für Kinoerfolge und Auszeichnungen.
  • Den schwierigen Spagat zwischen anspruchsvollen und gleichzeitig publikumswirksamen Filmen schafften in Österreich in den letzten Jahren auch Wolfgang Murnberger („Komm, süßer Tod“, 2002, „Silentium“, 2004), Michael Glawogger („Nacktschnecken“, 2004, „Slumming“, 2006) und Hans Weingartner („Die fetten Jahre sind vorbei“).
  • Weitere erfolgreiche Regisseure der letzten Jahre sind unter anderen Barbara Albert („Nordrand“, 1999, „Fallen“, 2006), Elisabeth Scharang, Mirjam Unger, Kurt Palm, Jessica Hausner, Virgil Widrich, Florian Flicker und Ruth Beckermann, die mit Filmen unterschiedlicher Genres auch an internationalen Festspielen Beachtung finden.

Die Spielfilmproduktion

Große Filmproduktionsgesellschaften in Österreich sind unter anderem

Junge, erfolgreiche Filmschaffe sind unter anderem

Auftragsproduktionen dominieren den Markt gegenüber Eigenproduktionen unabhängiger Filmschaffender mit einem Verhältnis von mehr als 9:1. Der ORF spielt in Österreich eine große Rolle als Auftrageber, Produzent und Förderer. Diese enge Verflechtung mit dem Fernsehen ist im Gegensatz zu anderen Ländern besonders ausgeprägt.

Der Werbefilm

Mit rund 20% Anteil am Gesamtproduktionswert der Filmwirtschaft nimmt der Kino- und Fernsehwerbefilm eine wichtige Position als Auftraggeber der Branche ein.

Ein Großteil der österreichischen Filmproduktionsfirmen bietet das gesamte Leistungsspektrum für Werbe-, Wirtschafts-, Dokumentations- und Spielfilm an. Dennoch gibt es gerade im Bereich des Werbefilms eine Reihe spezialisierter Produktionsfirmen, die mit der Medienbranche sowie der Kommunikationsbranche eng verknüpft sind.

Den umfangreichsten Überblick über sämtliche Anbieter im Bereich Kreation und Produktion inklusive aller Dienstleister und Zulieferanten bietet das Branchenbuch creation/production, das der Falter-Verlag regelmäßig herausgibt. Die Internetversion von creation/production enthält mehr als 7.500 laufend aktualisierte Daten der Film- und Kommunikationsbranche.

Kinomarkt und Verwertung

Die Verwertung eines Films mit Bewerbung, Verleih und Vertrieb sorgt für eine Wertschöpfungskette, die hunderte Millionen Euro umfasst und zahlreiche Arbeitsplätze sichert. Der Bruttoproduktionswert in Österreich beläuft sich derzeit auf rund 800 Millionen Euro, die daraus resultierende Bruttowertschöpfung beträgt rund 420 Millionen Euro.

Am österreichischen Kinomarkt hat der ausländische Film einen Marktanteil von etwa 90%, zumeist US-amerikanischen Ursprungs. Die heimische Kinolangfilm-Produktion erreichte in den vergangenen Jahren einen durchschnittlichen Anteil von 8-10% an den in Österreich erstaufgeführten Kinofilmen. Davon konnten sechs heimische Produktionen österreichweit die 100.000 Besucher-Marke übertreffen.

Diese global dominierte Situation spiegelt die Struktur des Verleihmarktes wieder. Von den rund 20 Verleihfirmen, die es in Österreich gibt, sind die größten Tochterunternehmen ausländischer Großkonzerne: Buena Vista, Centfox, UIP, Warner und Sony Pictures.

Der größte österreichische Verleiher und gleichzeitig größte österreichische Kinobetreiber ist die Konstantin Film . Der Filmladen-Verleih ist der größte Verleiher von österreichischen Filmen. Zusammen mit dem Filmladen sind Polyfilm und Stadtkino die marktstärksten heimischen Verleiher. Im Vertrieb ist Hoanzl das bedeutendste Unternehmen für österreichische Filme und Kabarettaufnahmen.

Interessensvertretung und Förderung

Interessensvertretungen

Eine detaillierte Liste österreichischer und internationaler Verbände finden Sie auf der Website desFAMA – Fachverband der Film- und Musikindustrie .

Förderinstitutionen

Die öffentlichen Fördermittel des Bundes und der Länder bewegen sich insgesamt um die 40 Millionen Euro. Die Mittel des Bundes werden durch das Österreichische Filminstitut administriert, zusätzliche Fördermittel kommen aus dem Bundeskulturbudget. Das Filminstitut betreut gemeinsam mit dem ORF auch die Mittel aus dem Fernsehabkommen. Bei den Fördermitteln der Länder und Städte stellt Wien mit einem Volumen von rund 8 Millionen Euro die mit Abstand höchsten Beträge zur Verfügung.

Der österreichische Film im Ausland

Zur Bewerbung des österreichischen Films im Ausland und zur Unterstützung des Filmexports besteht die Austrian Film Commission (AFC) . Sie ist Ansprechpartner und Servicestelle sowohl für die nationale als auch die internationale Branche.

Die Initiative Location Austria bewirbt Österreich als außergewöhnliche Kulisse für ausländische Filmproduktionen und unterstützt bei der Umsetzung.
Autor:
Doris Rothauer / Büro für Transfer
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