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Smarte Textilien aus Österreich

30 September 2014

Das österreichische Forschungsinstitut V-Trion entwickelt gemeinsam mit den Mitgliedern der smart-textiles Plattform Austria technische Textilien für die Automobilindustrie und Medizintechnik und sorgt damit weltweit für Furore.

Rund 50% der in Europa produzierten Textilien werden nicht mehr klassisch als Kleidung oder Möbelstoffe verarbeitet, sondern gehen in technische Bereiche wie Automobilindustrie, Medizintechnik, Bauindustrie, Luft- und Raumfahrt.

Auch österreichische Forschungsstätten und Unternehmen leisten zu dieser globalen Entwicklung einen essentiellen Beitrag. Jüngstes Projekt, das das Vorarlberger Textil-Forschungsinstitut V-Trion gemeinsam mit dem Institut für Textilchemie und Textilphysik in Dornbirn und Unternehmen entwickelt hat: Ein „schlaues Leintuch“ mit Feuchtigkeitssensoren, das meldet, wenn es nass ist und getauscht werden soll.

Mit dem Leintuch kann man auch die Temperatur messen und somit feststellen, ob sich ein Patient im Bett befindet oder nicht. Ein Sensor sendet die entsprechende Information an ein Handy. Zum Einsatz soll dieses Hightech-Produkt z.B. im Pflege- bzw. Spitalsbereich kommen. Ebenfalls im medizinischen Bereich soll bald eine Bandage zur Anwendung kommen, die den Stand der Wundheilung anzeigt.

Die Nano-Technologie als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhundert ist ein wesentlicher Bestandteil der Forschung bei der V-trion textil research GmbH . Mittels Niederdruck-Plasmatechnologie werden Substrate im Labor aber auch im industriellen Maßstab auf nanoskaliger Ebene modifiziert und beschichtet, um intelligente Textilien auf umweltfreundliche Art zu erzeugen.

Das größte Potenzial sehen die Österreicher jedoch in der Automobilindustrie. Tragende Karosserieteile aus Carbonfaser-verstärktem Kunststoff werden bereits serienmäßig hergestellt. Anstelle von Carbon und Glas sollen es künftig Verbundwerkstoffe aus Naturfasern sein. Ein Projekt dazu, begleitet vom Institut für Textilchemie und Textilphysik und V-trion, ist derzeit am Laufen. Darüber hinaus wird derzeit ein Batteriesystem für Elektromotoren getestet, bei dem textilbasierte Elektroden zum Einsatz kommen. Einen ersten Prototyp soll es im Frühjahr 2015 geben.

Die Forschungsaktivitäten auf diesen Gebieten werden stark ausgebaut. So erhielt der textile Wirtschaftsraum Vorarlberg vor kurzem eine zusätzliche Stiftungsprofessur ("Advanced Manufacturing") vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, die von der heimischen Industrie mitfinanziert wird. Die Professur adressiert neue Produktionstechniken, die für die Herstellung von weiteren flexiblen, technischen Textilien, Leichtbaustrukturen, textilverstärkten Verbundstoffen, aber auch von Sensoren oder textile Elektroden wesentlich sind.

Österreichs Textilindustrie erwirtschaftete 2013 bereits mehr als die Hälfte des Umsatzes mit technischen Textilien.

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