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Nanotechnologie in Österreich 

Metallsieb  © photocase.com/elke

Die Nanotechnologie bietet ein riesiges Potential. Vor allem für klein- und mittelständische Unternehmen bieten sich große Chancen in der österreichischen Nanotechnologie. Insgesamt gibt es neben fünf nationalen Projektclustern in Österreich auch außeruniversitäre und anwendungsorientierte Forschungseinrichtungen.

 

Was ist Nanotechnologie?

Die Nanotechnologie bietet Lösungskonzepte für eine Vielzahl  aktueller Probleme durch den Einsatz kleinerer, leichterer, schnellerer und leistungsfähigerer Materialien, Komponenten und Systeme.

Eine global einheitliche Definition des Begriffs Nanotechnologie existiert allerdings schon aufgrund der zahlreichen Einsatzmöglichkeiten in den verschiedensten Lebensbereichen nicht. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die Nanotechnologie eine Technologie ist, die auf Teilchen und/oder Strukturen beruht, die drei fundamentale Attribute besitzen:

  • einerseits liegt die Größe der Teilchen und Strukturen in einer Dimension zwischen 1 und 100 Nanometer (nm),
  • weiters werden sie in Prozessen erzeugt, in denen die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Strukturen molekularer Größe kontrolliert werden können,
  • darüber hinaus lassen sich die Teilchen zu größeren Gebilden zusammensetzen.


Entscheidend ist dabei, dass allein aus der Nanoskaligkeit der Systemkomponenten neue Funktionalitäten und Eigenschaften zur Optimierung bereits bestehender oder zur Entwicklung neuer Produkte und Anwendungsoptionen resultieren. Das fundamental und revolutionär Neue der Nanotechnologien liegt in der Möglichkeit, Materialeigenschaften über die Größe der darin verwendeten Partikel gezielt zu beeinflussen.

Zu den wichtigsten nanotechnologischen Produkten bzw. Anwendungsbereichen zählen:

  • viele Pigmente und andere Zusatzstoffe (Additive) für Lacke und Kunststoffe
  • moderne Prozessoren
  • Beschichtungen von Oberflächen (z.B. Fliesen, Badewannen, Arbeitsplatten)
  • die Herstellung von zahnärztlichen Füllungsmaterialien
  • sowie der Einsatz von Nanopartikeln in der Medizin (z.B. neuartige Diagnostika und Therapeutika).


In der Nanotechnologie verschwimmen die Grenzen der verschiedensten Wissenschaften, sie wird daher auch als konvergente Technologie bezeichnet. Aufgrund der weitreichenden und zahlreichen Anwendungsbereiche wird der Nanotechnologie ein riesiges Potenzial zugeschrieben.

Kompetenz aus Österreich

Derzeit setzen etwa 100 österreichische Unternehmen ihr Wissen um die Nanotechnologie ein. Noch mehr Unternehmen sind in Bereichen tätig, in denen Nano eine Rolle spielt und spielen wird. Dazu zählen unter anderem folgende Bereiche:

  • Mikroelektronik
  • Optik
  • Medizintechnik
  • Sensortechnik
  • Werkstofftechnik
  • Pharmaindustrie
  • Autoindustrie
  • Textilindustrie sowie
  • Luft- und Raumfahrt


Nanotechnologie-Unternehmen finden sich in ganz Österreich. Derzeit findet jedoch eine örtliche Konzentration der Unternehmensgründungen und Ansiedelungen rund um die fünf renommiertesten Projektcluster statt. Diese Projektcluster sind Teil der Österreichischen NANO Initiative, einem 2004 gestarteten, nationalen Förderprogramm. Diese Initiative unterstützt heimische Forschungseinrichtungen mit rund 11 Millionen Euro pro Jahr. Bei der ersten Ausschreibung wurden fünf der acht eingereichten Projektcluster ausgewählt. Insgesamt werden etwa 15 Millionen Euro in diese fünf Nanocluster investiert, da sich auch die Firmen, die an den Projekten beteiligt sind, finanziell einbringen. Eines der primären Ziele der Initiative ist die Vernetzung bestehender Forschungsansätze, und zwar sowohl in (inter-)disziplinärer wie auch in geografischer Hinsicht. Die fünf Projektcluster bestehen aus insgesamt 11 Universitäten, 12 Firmen und zwei Kompetenzzentren.

Auf der Homepage der NANO Initiative präsentiert sich weiters das sogenannte Nano Forum, eine Plattform, die alle strategischen Nano-Partner (Universitäten, Forschungseinrichtungen, Firmen, Verbände, etc.) und deren Interessen repräsentiert.

Weiters gibt es in Österreich sehr renommierte Forschungseinrichtungen an der Montanuniversität Leoben mit den Studienrichtungen Werkstoffwissenschaft und Kunststofftechnik  und an der TU Graz, die ein Studium zu Nanotechnologie und Nanoanalytik anbietet. An der Fachhochschule Vorarlberg gibt es auch die Möglichkeit „MNT – Micro and Nanotechnology“ zu studieren. Das Zentrum für Nanobiotechnologie an der Wiener Universität für Bodenkultur ist ein hervorragendes Forschungsinstitut, das über die Grenzen Österreichs hinweg bekannt ist. 

 
 
 
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