advantageaustria.org - Home © ADVANTAGE AUSTRIA
 

Türkei beteiligt sich an EU-Programm für Wettbewerbsfähigkeit 19. Februar 2008

Statistik  © photocase.com/nortys

Die Türkei ist nach Kroatien und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien das dritte Kandidatenland, das am Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) teilnimmt, mit dem die Europäische Kommission Innovation, unternehmerische Initiative und Wachstum in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fördert.

 

Günter Verheugen, der Vizepräsident der Europäischen Kommission, und Botschafter Volkan Bozkır, der Leiter der Mission der Türkei bei der EU, haben am 12. Februar eine Absichtserklärung über die offizielle Teilnahme der Türkei am CIP‑Unterprogramm „Unternehmerische Initiative und Innovation“ unterzeichnet.

Der für Unternehmens- und Industriepolitik zuständige Kommissionsvizepräsident Günter Verheugen erklärte: „Ich begrüße die Entscheidung der Türkei, am CIP teilzunehmen. Die Unternehmen und vor allem die KMU werden davon stark profitieren. In diesem Zusammenhang freut es mich außerordentlich, dass sich die Türkei am neu gegründeten „Enterprise Europe Network“ beteiligt. Dieses Netzwerk wird den Unternehmen sowohl in der EU als auch in der Türkei großartige Kooperationsmöglichkeiten eröffnen. Ich hoffe, dass sich durch diese Entscheidung die Türkei und die EU auch politisch näher kommen.“

Die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Vielzahl von Projekten und am „Enterprise Europe Network“ mit den 27 EU‑Mitgliedstaaten ist für die Türkei ein erheblicher Vorteil. Sie wird in vollem Umfang die vorbildlichen Verfahren für sich nutzen können, die in der EU in den Bereichen unternehmerische Initiative, KMU‑Politik, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation entwickelt wurden.

Die EU, die mit der Türkei intensive Handelsbeziehungen unterhält, nimmt mit Abstand den ersten Platz unter den Ein- und Ausfuhrmärkten der Türkei ein. Die Türkei wiederum rangiert bei den Herkunftsländern der Importe der EU an siebter Stelle und liegt unter den Bestimmungsländern für die Exporte der EU auf Platz fünf. Nahezu 45 % ihres gesamten Handels wickelt die Türkei mit der EU ab, was 2006 ein Volumen von 78 Mrd. EUR ergab.

Die große und immer zahlreicher werdende Gruppe der Kleinunternehmen bildet das Rückgrat der türkischen Wirtschaft. Die Vorarbeiten für die Entwicklung eines KMU‑freundlichen Rechtsrahmens sind mittlerweile abgeschlossen. Die Türkei kann sich jetzt darauf konzentrieren, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der KMU auf nationalen und regionalen Märkten sowie im großen EU-Binnenmarkt zu fördern. Die Teilnahme am CIP‑Unterprogramm „Unternehmerische Initiative und Innovation“ wird der Türkei dabei helfen, dieser politischen Herausforderung zu begegnen.

Die Türkei hat im Zuge des zum 6. Rahmenprogramm gehörenden Programms „Forschung und Innovation“ bereits sehr aktiv an Innovationstätigkeiten mitgewirkt. Dieses Engagement wurde im Rahmen des Programms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) ausgebaut und weiterentwickelt.

Hintergrundinformationen:

Das mit 3,6 Mrd. EUR ausgestattete Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) läuft von 2007 bis 2013 und umfasst drei Unterprogramme:

-       Programm „Unternehmerische Initiative und Innovation“ (EIP): Mit dem EIP wird die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen gefördert, beispielsweise durch Mitbürgschaften und Koinvestitionen zusammen mit lokalen Banken und Risikokapitalfonds. So kann der Zugang von KMU zu Darlehen und Risikokapital verbessert werden. Das EIP unterstützt ferner die Anbieter von Unternehmens- und Innovationsdiensten in allen Regionen der EU sowie die europaweite Vernetzung von Innovationsakteuren und -clustern.

-       Programm „Unterstützung der Politik für Informations- und Kommunikationstechnologien“ (IKT-Förderprogramm): Das IKT-Förderprogramm soll den Aufbau einer nachhaltigen, wettbewerbsfähigen, innovativen und integrativen Informationsgesellschaft beschleunigen, indem es Anreize für eine breitere Akzeptanz, eine effizientere Übernahme und eine bessere Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) gibt.

-       Programm „Intelligente Energie für Europa“ (IEE): Dieses Programm zielt auf die Verbesserung der Energieeffizienz und die Nutzung neuer und erneuerbarer Energiequellen in allen Bereichen einschließlich Verkehr ab.

Im Sinne einer langfristigen Perspektive arbeitet die Kommission eng mit allen derzeitigen und potenziellen Kandidatenländern zusammen. Mit mehreren potenziellen, ebenfalls an einer Teilnahme am CIP interessierten Kandidatenländern sind bereits diesbezügliche Verhandlungen aufgenommen worden.

Quelle: Pressemeldung von CIP, 12. Februar 2008

 
 
 
 
Austria Logo
© 2009 WKO ADVANTAGE AUSTRIA