An den Wochenenden vor Weihnachten schickt Josef Manner & Comp AG eine Nostalgie-Tramway die Wiener Ringstraße entlang. Gut gelaunte Passagiere sitzen bequem auf schlichten Holzbänken oder halten sich an Lederriemen fest, während hinter den von Holzrahmen eingefassten Fenstern die Gebäude der Wiener Prachtstraße vorbeiziehen. Die Fahrt mit dem „Manner Christkindl-Sonderzug“ ist kostenlos und wird versüßt mit knusprigen Naschereien.
Begonnen hat alles 1889 mit einem Geschäft für Schokolade und Feigenkaffee am Wiener Stephansplatz und dem Vorhaben, selbst Schokolade von guter Qualität für alle zu produzieren ein Jahr später. Heute ist Josef Manner & Comp AG Spezialist für Waffeln, Dragees und Schaumzuckerwaren.
Das bekannteste Produkt des Wiener Unternehmens sind Manners Original Neapolitaner Schnitten. Erfunden wurden sie 1898, als „Neapolitaner Schnitte No. 239" – der Name verweist auf die verwendeten Haselnüsse aus der Region Neapel. Die Grundrezeptur ist unverändert, verarbeitet werden nach wie vor nur Zutaten von hoher Qualität. Auch die Abmessungen der Schnitten (mundgerechte 47x17x17 mm), die Packungsgröße und der unvergleichliche rosa Look der Verpackung haben bewährt. Und: Seit Beginn ist die Manner Schnitte vegan, also lange bevor diese Eigenschaft zum Kaufkriterium wurde.
In den 1960ern erfuhr die Verpackung ein technologisches Upgrade, das bis heute konkurrenzlos funktioniert: die aromasichere Doppelten-Aluminiumverpackung mit eingebautem roten Aufreißfaden.
Weltweit wird alle 2 Sekunden eine Packung Manner Schnitten genascht. Das sind fast 172.800 Stück täglich und über 63 Mio. pro Jahr - wird mit Stolz auf der Firmenwebsite verkündet. Geröstet, gebacken und produziert werden sie in Wien, gemeinsam mit Produkten der Marken Casali, Napoli, Ildefonso und Victor Schmidt. Exportiert wird in über 50 Länder.
Nicht nur was Firmensitz und Produktionsstandort betrifft, ist das Unternehmen tief mit Wien verbunden, sie haben auch dasselbe „Wahrzeichen“: Firmengründer Josef Manner I hat den Wiener Stephansdom als Markenschutzzeichen gewählt. Weniger bekannt ist wahrscheinlich, dass Manner die Restaurierungsarbeiten am Stephansdom unterstützt: Der Domsteinmetz steht auf der Gehaltliste des Traditionsunternehmens. Er arbeitet seit vielen Jahren im rosa Manner-Arbeitsoverall in der Dombauhütte zu St. Stephan.
Und so schließt sich der Kreis von der Gegenwart zu den Anfängen und retour. Die Manner-Weihnachtstram macht sich bereit für den nächsten Halt – die Remise, bis zum nächsten Jahr.