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„Wiener Wurstelpraterkultur“ wird UNESCO-Kulturerbe

Das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes wurde vor kurzem um 6 Einträge aus Österreich erweitert. Mit dabei: die Kultur des berühmten Vergnügungsparks.
© ADVANTAGE AUSTRIA
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Österreich ist nicht nur eine Wirtschaftsnation und ein Land des Unternehmertums mit leidenschaftlichen und innovativen Unternehmer:innen. Österreich ist auch eine Kulturnation und ein Land, das seine Brauchtümer und Traditionen lebt. Viele Kulturstätten und Feste versprechen besondere Erlebnisse. Ein paar davon wurden von der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) als Welt- oder Kulturerbe ausgezeichnet. Damit setzt die Organisation ihre Mission um, kulturelles Erbe zu schützen und zu pflegen. Das betrifft Orte, Denkmäler, Landschaften und Stätten ebenso wie künstlerische und mündlich überlieferte Traditionen, gesellschaftliche Rituale, traditionelle Handwerkstechniken oder darstellende Künste.

Am Internationalen Tag des Immateriellen Kulturerbes Mitte Oktober wurde das Verzeichnis um 6 Einträge aus Österreich erweitert: Neben dem Jodeln, der Herstellung und dem Wissen rund um die Walsertaler Trachten oder dem Wissen und den kulturellen Praktiken rund um die seltene Rinderrasse „Tux-Zillertaler Rind“ wurde auch eine Wiener Institution in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen: die „Wiener Wurstelpraterkultur“.

Der Wiener Wurstelprater zählt zu den ältesten Vergnügungsparks der Welt. Er ist eine beliebte Attraktion für Tourist:innen und damit international berühmt. Anders als vergleichbare Vergnügungsparks ist der Wurstelprater bis heute frei und kostenlos zugänglich. Das macht ihn zu einem besonderen Ort der Begegnung und Vielfalt. 7 Mio. Menschen besuchen ihn und seine über 200 Attraktionen und 50 Gastbetriebe jährlich. Außerdem war er schon Inspiration, Thema und Kulisse für Schriftsteller:innen, Komponist:innen und Filmemacher:innen.

Einst war das Areal kaiserliches Jagdrevier, nur adelige Menschen durften es betreten. 1766 schenkte Kaiser Josef II den grünen Park an die Wiener Bevölkerung, als Ort der Erholung. Mit der Genehmigung von Gastronomiebetrieben begann, was bis heute das besondere Flair im Wiener Prater ausmacht. Denn nicht nur Wirtsleute, Kaffeesieder:innen und Lebzelter:innen eröffneten ihre Stände, auch Schaukeln, Ringelspiele und Kegelbahnen kamen dazu. So zog neben der Erholung auch das Vergnügen in den Prater ein. Kuriositäten-Kabinette, Puppentheater und Schießbuden, Drehorgelspielende, Heurigensänger und Damenkapellen, „Venedig in Wien“ (vermutlich der erste Themenpark der Welt), das Riesenrad und moderne hoch technisierte Großfahrgeschäfte – der Wurstelprater hat sich seit seinem Bestehen stetig weiterentwickelt. Möglich wird das durch das Weitergeben von Erfahrung und Wissen innerhalb der „Praterfamilien“. Viele von ihnen sind seit dem 19. Jahrhundert im Prater ansässig und besitzen rund 90% der Betriebe. Sie kennen den Ort, prägen ihn seit Generationen und halten ihn lebendig. Im Zusammenspiel mit den Besucher:innen, entsteht die besondere Praterstimmung.

Und genau diese Tradition und Kultur wurde nun in den Stand des Immateriellen Erbes erhoben – genau richtig zum diesjährigen 260 Jahr-Jubiläum des Wiener Wurstelpraters. Die UNESCO-Welt- und Kulturerbe-Tour kann also in Wien beginnen und durch ganz Österreich führen.