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global business barometer 2026

Wie österreichische Auslandsniederlassungen auf 2026 blicken: Zentrale Erkenntnisse aus dem Global Business Barometer
© dK | stock.adobe.com
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Unsere jährliche Umfrage unter österreichischen Auslandsniederlassungen weltweit gibt Einblick in ihre Erwartungen für das Exportjahr 2026. Gemeinsam mit der WU Wien wurden Standorte in rund 70 Ländern nach ihrer Einschätzung der Wirtschaftslage und ihren Prognosen für 2026 befragt.

Die Ergebnisse bieten ein einzigartiges Stimmungsbild der österreichischen Exportwirtschaft und zeigen, wie österreichische Unternehmen das Geschäftspotenzial und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an ihren Auslandsstandorten einschätzen.

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Highlights 

  • Für 2026 rechnen österreichische Niederlassungen weltweit mit einer insgesamt stabilen wirtschaftlichen Entwicklung. Besonders optimistisch ist der Ausblick im Nahen Osten und weiten Teilen Asiens.
  • Die Unternehmenskennzahlen bestätigen diesen Trend: Zahlreiche Niederlassungen rechnen 2026 mit steigenden Umsätzen und einer positiven Auftragslage. Vor allem in Afrika, Indien und Südostasien werden operative Verbesserungen erwartet. Dagegen sind die Aussichten in China und Europa weiterhin eher verhalten.
  • Belastungen ergeben sich vor allem durch hohe Arbeitskosten, ausgeprägte Bürokratie und eine schwer vorhersehbare Wirtschaftspolitik – Faktoren, die insbesondere in Deutschland, dem wichtigsten Exportmarkt Österreichs, kritisch bewertet werden. Im Gegensatz dazu werden die Qualität und die lokalen Zulieferstrukturen als Pluspunkte gesehen.
  • Während in West- und Zentraleuropa Stagnation vorherrscht und die Erwartungen in Osteuropa sowie Zentralasien gedämpft bleiben, zeigt sich in Südosteuropa ein stabileres wirtschaftliches Umfeld.
  • Geopolitische Risiken prägen das internationale Geschäftsumfeld maßgeblich. Zu den wichtigsten Risikofaktoren für Unternehmen weltweit zählen militärische Konflikte, geopolitische Spannungen, zunehmender Protektionismus und der Wettbewerb der Weltmächte. In Lateinamerika stehen dabei insbesondere handelspolitische Themen im Fokus.
  • Die Einbindung von ADVANTAGE AUSTRIA ist für österreichische Unternehmen weiterhin ein zentraler Erfolgsfaktor im internationalen Geschäft. Rund 84 % der Niederlassungen bewerten die Unterstützung vor Ort als sehr gut oder gut. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit mit lokalen politischen Entscheidungsträger:innen an vielen Standorten kritisch beurteilt.


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Globales Stimmungsbild 2026: Stabilität trotz geopolitischer Unsicherheiten

Nach einem weiteren Jahr mit verhaltenem globalem Wachstum bewerten österreichische Niederlassungen die wirtschaftliche Lage 2026 insgesamt als stabil. Zwar sind die Folgen der hohen Inflation der vergangenen Jahre noch spürbar, jedoch hat sich der Preisdruck in vielen Märkten deutlich verringert. Auch die Belastung durch hohe Energie- und Rohstoffpreise ist zuletzt zurückgegangen, was die Erwartungen vieler Unternehmen entspannt. Das internationale Umfeld bleibt jedoch von geopolitischen Spannungen und Störungen in den Lieferketten geprägt.

Trotz dieser Unsicherheiten erwartet die Mehrheit der Niederlassungen für 2026 eine weitgehend stabile Entwicklung.



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Regionale Dynamik 2026: Zwischen Aufbruchstimmung und Zurückhaltung

Der Wirtschaftsausblick für 2026 fällt regional sehr unterschiedlich aus: Im Nahen Osten und in Afrika herrscht spürbarer Optimismus – dort erwarten viele Unternehmen eine Verbesserung, in Afrika sogar mehr als die Hälfte der Befragten. Diese Regionen liegen damit deutlich über dem globalen Schnitt.

Dagegen ist die Stimmung in großen Teilen Europas sowie in Nordamerika überwiegend verhalten: Die Mehrheit rechnet mit stagnierenden oder herausfordernden Rahmenbedingungen. Lateinamerika bleibt von Stabilität geprägt, wobei ein Viertel der Unternehmen mit Aufschwung rechnet. Asien und Ozeanien präsentieren sich als dynamische Wachstumsregionen, in denen stabile bis positive Erwartungen überwiegen.

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Weltweite Märkte im Wandel: Geopolitische Spannungen als zentrale Herausforderung

Geopolitische Risiken bleiben auch 2026 der dominierende Unsicherheitsfaktor für österreichische Unternehmen im Ausland. Militärische Konflikte und Spannungen stehen weiterhin an erster Stelle, gefolgt von wachsendem Protektionismus und dem Systemwettbewerb der Weltmächte – beide haben im Vergleich zum Vorjahr weiter an Bedeutung gewonnen und betreffen zahlreiche Märkte weltweit.

Auch wirtschaftliche Sanktionen und die Verlagerung von Handels- und Transportrouten prägen das internationale Geschäftsumfeld. In einzelnen Regionen rücken zusätzliche Herausforderungen wie die Verlangsamung globaler Wertschöpfungsketten oder diskriminierende Maßnahmen gegenüber ausländischen Unternehmen stärker in den Fokus.

Die aktuelle Umfrage bestätigt: Geopolitische Entwicklungen beeinflussen die internationalen Aktivitäten österreichischer Niederlassungen weiterhin maßgeblich.



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Unterstützung durch ADVANTAGE AUSTRIA als zentraler Erfolgsfaktor

Die Durchsetzung unternehmerischer Interessen im Ausland bleibt für österreichische Niederlassungen anspruchsvoll. Besonders die Unterstützung von ADVANTAGE AUSTRIA wird von 84 % der Unternehmen als sehr gut oder gut bewertet und gilt weiterhin als einer der wichtigsten Faktoren zur Bewältigung lokaler Herausforderungen.

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Über den Global Business Barometer

Der Global Business Barometer wird seit 2016 jährlich von ADVANTAGE AUSTRIA erhoben. Die aktuelle Ausgabe für 2026 entstand in Kooperation mit dem Institute for International Business der WU Wien. 1.613 österreichische Niederlassungen aus 69 Ländern nahmen im Oktober 2025 an der Online-Umfrage teil.

Die Mehrheit der Teilnehmenden ist in Europa ansässig (66%), gefolgt von Asien und Ozeanien (18%), Nord- und Lateinamerika (9%), Afrika (4%) und Nahost (3%). Die befragten Unternehmen sind überwiegend im Vertrieb (40%) tätig, gefolgt von Dienstleistungserbringung (29%) und Produktion (25%). Jede dritte Niederlassung erwirtschaftet einen Umsatz von mehr als 20 Mio. Euro.