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Eurovision Song Contest in Wien: Return on Investment kommt über die Tonleiter

Die Effekte des Liederwettbewerbs beschränken sich nicht nur auf Bühnenshows mit Pyrotechnik, Videoprojektionen und Windmaschine. Der ESC sorgt auch für wirtschaftlichen Schub.

© ORF
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Jedes Jahr wird gesungen, getanzt, gewettet, geklatscht und, so ehrlich muss man sein, manchmal wird man auch überrascht: Die Meinungen zum Eurovision Song Contest (ESC) sind vielfältig, genau wie die Bandbreite der teilnehmenden Länder und ihrer Kandidat:innen. Der ESC ist ein großes und buntes Musikspektakel – und das reichweitenstärkste TV-Event der Welt: Die Europäische Rundfunkunion/European Broadcasting Union (EBU), die den Liederwettbewerb verantwortet, veröffentlicht seit 2013 Zahlen dazu. Rund 180 Mio. TV-Zuseher:innen sind jährlich dabei. Und Views auf Youtube & Co und Interaktionen auf diversen Internetplattformen sind hier noch gar nicht berücksichtigt.

Millionen von Zusehenden weltweit erleben jährlich ein Feuerwerk der Melodien, Outfits und Emotionen. Diskutiert wird hier nicht nur über guten Geschmack, sondern auch über wirtschaftliche Aspekte zwischen den Tönen. Darüber wieviel dieses Event kostet und was es wem einbringt, an Gewinn, Image oder Schaden. Beim ESC 2025 in Basel gewann der österreichische Beitrag performt von JJ (Johannes Pietsch). So findet nun einerseits der Eurovision Song Contest nach 1967 und 2015 heuer zum dritten Mal in Wien statt und wirft andererseits die Scheinwerfer auch auf die wirtschaftlichen Effekte des ESC.

Eine Studie hat das im Vorfeld untersucht. Sie geht von positiven Auswirkungen für die Auslastung von Nächtigungsbetrieben und Restaurants sowie für die Veranstaltungsbranche und die damit verbundenen Dienstleistungen aus. Erwartet werden bis zu 88.000 zusätzliche Besucher:innen in Österreich. Durch sie wird ein Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen (inkl. der Ausgaben für die Veranstaltungen) auf insgesamt 57 Mio. Euro geschätzt. Daraus abgeleitet werden direkte Effekte auf Österreichs Wertschöpfung durch den ESC mit rund 52 Mio. Euro beziffert. Für die öffentlichen Hand werden Kosten von rund 31 Mio. Euro berechnet. Jeder Euro, der hier öffentlich investiert wird, könnte durch den ESC 2026 also eine Wertschöpfung von 1,7 Euro auslösen.

Für den Austragungsort selbst ist ein Mega-Event wie der ESC eine einzigartige Möglichkeit, sich reichweitenstark und medienwirksam in Szene zu setzen. Wien gilt international als Musikstadt und hat heuer die Ehre eine prachtvolle Kulisse für den 70. Eurovision Song Contest zu sein. Der ORF (öffentlich-rechtlicher Rundfunk Österreichs) richtet das Spektakel aus: Die 3 Live-Shows finden in der Wiener Stadthalle statt. Dort wird schon seit Ende März aufgebaut: 35 Firmen arbeiten teilweise im Schichtbetrieb, um 3.500 Tonnen Material anzuliefern und zu installieren, darunter 27 Kameras und 8.500 LED-Scheinwerfer, um die Show ins richtige Licht zu rücken. Zahlreiche Programmpunkte in ganz Wien gibt es zu erleben, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

2016 erhielt der Eurovision Song Contest übrigens die „Karlsmedaille für europäische Medien“ (Médaille Charlemagne pour les Médias Européens), die für Verdienste um Integration und Identitätsbildung in Europa verliehen wird. Der ESC bemüht sich seit jeher ein inklusives Event zu sein. Der offizielle Claim „United by Music“ soll das ausdrücken: Zusammenhalt, Solidarität und Toleranz.

ADVANTAGE AUSTRIA wünscht allen Teilnehmenden und Besuchenden eine tolle Zeit beim Eurovision Song Contest 2026, 10.05.-17.05. in Wien.