„Allianz pro Schiene“ erhebt jährlich wieviel öffentliche Gelder eines Staates in die Bahn-Infrastruktur investiert werden und errechnet daraus den Wert pro Kopf. In diesem europäischen Pro-Kopf-Vergleich liegt Österreich 2025 mit 359 Euro zum dritten Mal in Folge auf Platz drei. Weit vorne auf Platz 1 und 2 liegen wieder Luxemburg (622 Euro pro Kopf) und die Schweiz (594 Euro pro Kopf).
„Allianz pro Schiene“ ist eine gemeinnützige Interessensorganisation in Deutschland, die sich für die Förderung und Verbesserung des Schienenverkehrs engagiert. Der Einsatz gilt vor allem dem Umweltschutz. Die Mitglieder kommen aus dem Non-Profit-Sektor und der Zivilgesellschaft genauso wie aus dem unternehmerischen Bereich der Bahnbranche. Der Investitions-Report umfasst leider nicht alle europäischen Länder, da das Recherchieren, Vergleichen und Aufbereiten des Zahlenmaterials äußerst aufwändig ist. Die Allianz bemüht sich aber, die Länderliste jährlich zu erweitern, um ein umfassenderes Bild zu erhalten.
Wie setzt sich das Zahlenmaterial zusammen? Grundlage für den Vergleich sind die öffentlichen Mittel, die auf Bundesebene bzw. der zentralstaatlichen Ebene investiert werden. Was von Regionen, Bundesländern, Kantonen oder aus Eigenmitteln investiert wird, ist in der Rechnung nicht enthalten. Erhoben werden ausschließlich Infrastruktur-Kosten: Investitionen in Gleise und Weichen, Bahnhofsanlagen für den Personen- und Güterverkehr, Signalanlagen und Stellwerke sowie Oberleitungen und die zugehörigen Energieversorgungsanlagen. Ausgaben für den Betrieb z.B. werden nicht berücksichtigt.
So viel zur Pro-Kopf-Investition. Wie sieht es mit der Nutzung von Zug, Straßen- oder U-Bahnen im Ländervergleich aus? Auch hier ist das Spitzenfeld seit Jahren konstant, wie der Report aus 2025 zeigt: Österreich liegt auf Platz 2 mit 2.335 gefahrenen Kilometer pro Kopf auch wieder. Die Schweiz ist weiterhin unangefochten auf Platz 1 (mit 2.630 gefahrenen Kilometern pro Kopf). Platz 3geht an Frankreich (mit 1.720 gefahrenen Kilometern pro Kopf). Erhoben und publiziert werden diese Zahlen vom VCÖ, einer gemeinwohlorientierten Organisation in Österreich, die auf Mobilität und Transport spezialisiert ist. Das Zahlenmaterial der letzten Berechnung ist aus 2023, der nächste Report wird für September erwartet.
Beide Vergleiche zeigen: Österreich ist gut auf Schiene. Einerseits gibt es viele österreichische Unternehmen, die im Mobilitätssektor große Expertise aufweisen und international gefragt sind. Andererseits arbeiten viele kleine und mittlere Unternehmen an der Planung, Errichtung und Modernisierung der Bahninfrastruktur mit und das stärkt den Wirtschaftsstandort.
Auf der Suche nach umweltfreundlichen Reise- und Transportmöglichkeiten ist die Bahn eine aussichtsreiche Alternative. Investitionen in ihre Infrastruktur sind also auch Investitionen in die Zukunft.