Anlässlich des 65. Audi FIS Alpine Ski World Cup für Männer fand am 7. März in Kranjska Gora ein Business Brunch zum Thema "Von klimatischen Herausforderungen zu einer wettbewerbsfähigen Zukunft der Alpenregion" statt. Die Veranstaltung, organisiert von der öffentlichen Agentur SPIRIT Slovenija in Kooperation mit ADVANTAGE AUSTRIA Ljubljana brachte mehr als 70 Vertreter slowenischer und österreichischer Unternehmen sowie Experten aus verschiedenen Branchen zusammen. Die Diskussion konzentrierte sich darauf, wie die Alpenregion durch innovative Energielösungen und digitale Technologien wirksam auf klimatische Herausforderungen reagieren kann und diese gleichzeitig in neue Wettbewerbsvorteile in Wirtschaft, Tourismus und Sport verwandeln kann.
Die Teilnehmer wurden von Mag. Nataša Kos, stellvertretende Direktorin von SPIRIT Slovenija, und Wilhelm Nest, Direktor von Advantage Austria Ljubljana, begrüßt.
Mag. Nataša Kos betonte in ihrer Ansprache, dass die Alpenregion nicht nur ein Raum außergewöhnlicher natürlicher Gegebenheiten und bedeutender wirtschaftlicher Aktivitäten sei, sondern auch ein Gebiet, in dem die Folgen des Klimawandels immer sichtbarer werden. Zugleich wies sie darauf hin, dass gerade diese Herausforderungen neue Chancen für die Entwicklung innovativer Lösungen und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen eröffnen:
„Die zentrale Frage heute ist nicht nur, wie wir auf die Klimaherausforderungen reagieren, sondern wie wir sie in Chancen für Innovationen umwandeln können – in Lösungen, die Unternehmen einen besseren Erfolg auf dem globalen Markt ermöglichen. Unternehmen, die innovative Lösungen entwickeln, können mehr tun, als nur auf ein lokales Problem zu reagieren – sie können Produkte und Dienstleistungen schaffen, die auch auf anderen Märkten nutzbar und wettbewerbsfähig sind.“
Sie machte zudem darauf aufmerksam, dass die grüne Transformation, Energieinnovationen – unter anderem auch im Bereich Wasserstoff – sowie digitale Technologien miteinander verknüpft wirken müssen, wenn die Alpenregion ihre Entwicklungs- und Wirtschaftskraft langfristig erhalten will. Außerdem erinnerte sie daran, dass SPIRIT Slovenija Unternehmen auch bei konkreten Schritten der grünen Transformation unterstützt. Im Rahmen des Programms zur Förderung der grünen Transformation der Wirtschaft hat die Agentur bislang 156 slowenische Unternehmen unterstützt, die nachhaltige Strategien entwickelt und Projekte zur Verringerung von Umweltauswirkungen sowie zur effizienteren Nutzung von Ressourcen umgesetzt haben.
Auf die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und der Vernetzung zwischen Unternehmen wies auch Mag. Wilhelm Nest hin. Er betonte, dass Slowenien und Österreich enge wirtschaftliche Beziehungen verbinden und dass beide Länder zahlreiche gemeinsame Ausgangspunkte bei der Suche nach Lösungen für Klima-, Energie- und Entwicklungsherausforderungen haben. Seinen Worten zufolge spielen derartige Veranstaltungen eine wichtige Rolle bei der Förderung des Dialogs, dem Austausch von Wissen und der Bildung neuer Partnerschaften zwischen Unternehmen beider Länder, insbesondere in den Bereichen Tourismus, Energie, Bauwesen, Technologie und Forschung.
„Die Alpenregion verändert sich, und dieser Wandel bringt auch neue Chancen mit sich. Die Alpenregion kann zu einem globalen Vorbild für grüne Technologien, klimawandelangepasste Geschäftsmodelle sowie digitale Lösungen im Sport und Tourismus werden“, sagte er und rief die Teilnehmer zum Austausch von Ideen, zur Suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten und zur Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf.
Anschließend fanden zwei Podiumsdiskussionen statt. Die erste mit dem Titel „Grüne Lösungen: Wie Klimaherausforderungen in Wettbewerbsvorteile umgewandelt werden können“, moderiert von Mihela Hladin Wolfe, brachte Bernhard Puttinger (Green Tech Valley Cluster), Tomaž Fatur (Center za energetsko učinkovitost, Institut Jožef Stefan) und Tadej Gosak (Marles) zusammen.
Die Gesprächsteilnehmer betonten die Bedeutung der Entwicklung nachhaltiger Energielösungen, der effizienten Nutzung von Ressourcen sowie innovativer Technologien, die es Unternehmen ermöglichen, sich an den Klimawandel anzupassen und zugleich neue Geschäftsmöglichkeiten zu eröffnen. Sie waren sich einig, dass eine der zentralen Herausforderungen heute darin besteht, Ziele und Entwicklungsvisionen zu formulieren, die auch in Zukunft tragfähig bleiben, da sich das wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld äußerst schnell verändert. Unternehmen richten daher zunehmend Aufmerksamkeit auf langfristige Entwicklungsstrategien und auf die Frage, wie Organisationen so geführt werden können, dass sie auch in den kommenden Jahrzehnten erfolgreich sind – trotz der Unsicherheit hinsichtlich zukünftiger gesellschaftlicher Bedürfnisse und Erwartungen.
Sie hoben hervor, dass europäische Länder im globalen Vergleich in der Regel deutlich umweltbewusster sind als viele andere Teile der Welt, was Unternehmen auf dem europäischen Markt zusätzliche Herausforderungen bringt. Die Europäische Union hat in den letzten Jahren hohe Umweltstandards festgelegt, denen Unternehmen folgen müssen – von der Verwendung zertifizierter Materialien bis zur Verringerung ihres ökologischen Fußabdrucks. Gleichzeitig wurde betont, dass Slowenien als waldreiches Land einen wichtigen Vorteil in der Verfügbarkeit von Holz als erneuerbarem Rohstoff besitzt.
Die Diskussion berührte auch das Konzept der regenerativen Wirtschaft, das eine wirtschaftliche Entwicklung betont, bei der Menschen und der Planet im Mittelpunkt stehen und die Wiederherstellung natürlicher Ressourcen gefördert wird – nicht nur deren nachhaltige Nutzung. Die Natur wird heute häufig als selbstverständliche und kostenlose Ressource verstanden, doch diese Sichtweise könnte sich künftig deutlich verändern. Daher seien präventive Maßnahmen erforderlich, um negative Umweltauswirkungen zu reduzieren.
Die zweite Podiumsdiskussion mit dem Titel „Digitale Lösungen: Tourismus und Sport der Zukunft“ widmete sich der Rolle digitaler Technologien beim Management touristischer Destinationen und der Organisation großer Sportveranstaltungen. An der Diskussion unter der Leitung von Dr. Zoran Vaupot von SPIRIT Slovenija nahmen Tomaž Ambrožič (Sport Media Focus), Tomislav Čeh (PKF Hospitality), Urška Starc Peceny (Arctur) und Silvia Wirnsberger (Business Lion) teil.
Im Mittelpunkt standen die Nutzung von Daten bei Entscheidungsprozessen, die Personalisierung touristischer Dienstleistungen, die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sowie messbare Nachhaltigkeitseffekte. Diskutiert wurde auch, wie digitale Lösungen helfen können, Besucherströme besser zu steuern, operative Risiken zu verringern und gleichzeitig das Gästeerlebnis zu verbessern sowie Natur und Umwelt zu schützen.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass Digitalisierung, datenbasierte Lösungen und fortgeschrittene Analytik zu zentralen Faktoren für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Tourismus und Sport werden. Digitalisierung bedeutet dabei nicht nur technologische Werkzeuge zur Organisation von Veranstaltungen, sondern auch neue Wege zur Schaffung und Verwaltung von Gemeinschaften rund um sportliche und touristische Erlebnisse. Sportveranstaltungen unterscheiden sich zwar stark voneinander, werden jedoch zunehmend Teil einer breiteren Industrie, in der es wichtig ist, eine langfristige Beziehung zu Besuchern und Teilnehmern aufzubauen – nicht nur während der Veranstaltung selbst, sondern das ganze Jahr über.
Zudem wurde betont, dass Tourismus nicht nur eine Frage von Daten, Statistiken und Analysen ist, sondern vor allem die Schaffung hochwertiger Erlebnisse bedeutet. Gerade die Verbindung digitaler Lösungen mit der Entwicklung neuer touristischer Produkte eröffnet Destinationen neue Entwicklungsmöglichkeiten. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass erfolgreiche Praktiken anderer Destinationen nicht einfach kopiert werden können, sondern an das lokale Umfeld und dessen Besonderheiten angepasst werden müssen.
Nach Ansicht der Diskussionsteilnehmer werden in Zukunft vor allem jene Destinationen erfolgreich sein, die es schaffen, die Attraktivität für Besucher mit dem Schutz der Umwelt und der Qualität des Erlebnisses in Einklang zu bringen. Die Alpenregion verfügt über außergewöhnliche natürliche Voraussetzungen und eine einzigartige Lage, weshalb es entscheidend ist, innovative, nachhaltige und unverwechselbare Erlebnisse zu entwickeln. In einem global wettbewerbsintensiven Umfeld werden nach ihrer Meinung vor allem diejenigen erfolgreich sein, die bereit sind zu innovieren, zusammenzuarbeiten und umweltfreundliche Lösungen zu entwickeln.
Die Veranstaltung, die SPIRIT Slovenija gemeinsam mit ADVANTAGE AUSTRIA Ljubljana und mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus und Sport der Republik Slowenien organisiert hat, bot auch eine Gelegenheit zur Stärkung der Geschäftsbeziehungen zwischen slowenischen und österreichischen Unternehmen. Slowenien und Österreich verbinden enge wirtschaftliche Beziehungen, wobei die Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen stattfindet, unter anderem in der Industrie, der Energiebranche, im Transportwesen und im Tourismus.
Foto: STA/Katja Kodba
Weitere Fotos sind Flickr Profil SPIRIT Slovenija zu finden.