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Ergebnis ABC Indikator Umfrage für Kroatien

Die Umfrage ABC Indikator wurde im Oktober 2020 unter österreichischen Tochterfirmen in Kroatien durchgeführt
© ADVANTAGE AUSTRIA
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Im November 2020 wurde es wieder Zeit für unseren ABC-Indikator. Diese Umfrage wird gleichzeitig in den 25 wichtigsten Exportländern Österreichs unter österreichischen Tochtergesellschaften durchgeführt, um die Stimmung unter den österreichischen Investoren einzufangen.

Die Ergebnisse für Kroatien lassen vorsichtigen Optimismus aufkommen, denn das generelle Stimmungsbild für die nächsten 12 Monate ist im Vergleich zu den vergangenen 12 Monaten gar nicht so schlecht.

Hier finden Sie die graphische Darstellung der Umfrageergebnisse. (PDF, 0.4MB)

Während 71% der Umfrageteilnehmer angaben, dass sich das allgemeine Wirtschaftsklima bzw. die Wirtschaftslage in den vergangen 12 Monaten verschlechtert hatte, meinten 21% es habe keine Veränderung gegeben und 8% sahen sogar eine Verbesserung. Der Blick auf die kommenden 12 Monate ist für 36% optimistisch, 31% meinen, das Wirtschaftsklima bzw. die Wirtschaftslage würde in den nächsten 12 Monaten gleichbleiben und nur mehr 33% gehen von einer Verschlechterung aus. 

Auf das eigene Unternehmen bezogen wurden die Entwicklungen von Gesamtumsatz, Auftragslage, Kapazitätsauslastung, Anzahl der Beschäftigten und Investitionsvolumen abgefragt.

Beim Gesamtumsatz verzeichneten 52% der Umfrageteilnehmer in den letzten 12 Monaten einen Rückgang, 23% eine Stagnation und 26% eine Steigerung. Für die nächsten 12 Monate erwarten bereits 46% wieder eine Steigerung, 31% gehen von einer Stagnation aus und nur mehr 23% befürchten einen Rückgang.

Die Auftragslage in den vergangenen 12 Monaten wurde von 50% der Teilnehmer als schlechter, 26% als gleich und 23% als besser eingeschätzt. Für die kommenden 12 Monate erwarten 43% eine Verbesserung, 35% meinen sie würde gleichbleiben und nur mehr 22% erwarten eine Verschlechterung.

Die Kapazitätsauslastung ist bei 38% der Umfrageteilnehmer in den vergangenen 12 Monaten gesunken, ebenfalls 38% gaben an sie sei gleichgeblieben und bei 23% ist sie gestiegen. In den kommenden 12 Monaten erwarten 40% der Umfrageteilnehmer eine Steigerung, ebenfalls 40% ein Gleichbleiben und nur mehr 19% einen Rückgang.

Die Anzahl der Beschäftigten ist bei 26 % der Umfrageteilnehmer in den vergangenen 12 Monaten gesunken, 57 % haben den Beschäftigtenstand gehalten und 18 % haben ihn sogar ausgebaut. In den kommenden 12 Monaten wollen 29% den Beschäftigungsstand ausbauen, 55% möchten ihn Gleich belassen und nur 16% planen einen Stellenabbau.

Das Investitionsvolumen ist bei 35% der Teilnehmer in den vergangenen 12 Monaten gesunken, 51% der Teilnehmer gaben an, dass es gleichgeblieben sei und bei 14% gab es eine Steigerung. Für die nächsten 12 Monate planen 26% eine Steigerung des Investitionsvolumens, 50% möchten das Volumen auf gleichem Stand halten und 24% planen, Investitionen zu reduzieren.  

Hinsichtlich des regulatorischen Umfelds wünschen sich die österreichischen Investoren vordringlich Verbesserungen bei Bürokratieabbau bzw. Reduktion von Auflagen und Vorschriften, sowie stärkere Bemühungen bei der Bekämpfung von Korruption und Kriminalität und die Verbesserung der Rechtssicherheit.

Bei markbezogenen Themen die in Kroatien verbessert werden sollten, sehen die Umfrageteilnehmer vor allem bei den Arbeitskosten, der Zahlungsmoral und der Qualifikation von Arbeitskräften Handlungsbedarf. 

Auch die Betroffenheit von der Corona-Krise wurde abgefragt. In Bezug auf Einschränkungen durch die Gesetzgebung sahen sich 35% der Teilnehmer sehr stark oder stark eingeschränkt, während 65% sich leicht oder gar nicht eingeschränkt sahen. Lieferengpässe oder Probleme mit Lieferanten machten nur 15% der Umfrageteilnehmer sehr starke oder starke Probleme. Auftragsstorno war für 5% ein sehr starkes und 15% ein starkes Problem. 6% sahen einen sehr starken und immerhin 33% starken Nachfragerückgang von Kunden. Corona-bedingte Zahlungsschwierigkeiten von Kunden sahen 4% als sehr starkes und 19% als starkes Problem an. Geplante Investitionen wurden durch Corona bei 6% der Teilnehmer sehr stark und bei 30% stark betroffen. Von Personalabbau wegen Corona sehen sich nur 1% sehr stark und 9% stark betroffen. Corona-bedingte Umsatzrückgänge waren bei 32% der Teilnehmer ein sehr starkes oder starkes Problem.

Zu den Covid-Unterstützungsmaßnahmen in Kroatien zeichnet sich folgendes Bild ab. Am meisten in Anspruch genommen wurde die Kofinanzierung von Löhnen. 43% der Umfrageteilnehmer haben diese Maßnahme beantragt und auch zugesprochen bekommen, 6% haben sie beantragt aber nicht erhalten und 52% haben sie nicht beantragt. Steuerliche Maßnahmen wurden von 25% in Anspruch genommen, bei 2% wurden Anträge dazu abgelehnt und 73% haben keine Anträge gestellt. Die Kurzarbeit und Liquiditätsmaßnahmen wurden dagegen nur von sehr wenigen überhaupt beantragt.

Wie sich die Corona-Krise auf arbeitsrechtliche Maßnahmen im Unternehmen ausgewirkt hat war unsere letzte Frage. Homeoffice war dabei das Instrument welches die meisten der Umfrageteilnehmer entweder bereits praktiziert hatten, neu einführten bzw. auch beibehalten möchten. Auch Einschränkungen bei Dienstreisen, sowohl international als auch national war bei 77% bzw. 60% ein Thema, gefolgt von flexiblen Arbeitszeiten mit 59%. Zwangsurlaub, Lohnkürzungen und Arbeitszeitverkürzung wurde von weniger als der Hälfte der Umfrageteilnehmer als Corona-bedingte arbeitsrechtliche Maßnahme angegeben. 

Auch wenn die Umfrageergebnisse etwas optimistischer sind als erwartet, so zeigt sich doch, dass hinsichtlich des regulatorischen Umfelds wieder die gleichen Defizite angeprangert wurden wie in den ABC-Indikatorumfragen der vergangenen Jahre. Positiv sind die relativ geringen Ablehnungsraten bei Covid-Unterstützungsanträgen anzusehen. Die hohe Inanspruchnahme von Homeoffice macht eine rasche rechtliche Regulierung notwendig, um hier Rechtssicherheit für die Arbeitgeber zu schaffen.

Herzlichen Dank nochmals an alle, die an der ABC-Indikator Umfrage teilgenommen haben!