ADVANTAGE AUSTRIA BUDAPEST befragte im Rahmen einer Meinungsumfrage, dem Global Business Barometer, der seit 2016 jährlich im Herbst durchgeführt wird, in Ungarn ansässige österreichische Unternehmen unter anderem zu Stimmungsbild, Reformwünschen und Investitionsplänen. Heuer wurden auch weitere Themen wie die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen basierend auf künstlicher Intelligenz und die Bedeutung der Nachhaltigkeit in Bezug auf die ungarische Niederlassung abgefragt.
| THEMEN |
- Im Rahmen der weltweit durchgeführten Global Business Barometer – Umfrage 2025 beteiligten sich in Ungarn 64 österreichische Niederlassungen.
- Laut der Mehrheit der befragten Unternehmen (49%) ist die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftsklimas im Jahr 2025 gleichgeblieben, die Wirtschaftslage in Ungarn hat sich jedoch laut 52% der Teilnehmer verschlechtert.
- 72% der befragten Unternehmen berichteten – trotz des schwierigen Wirtschaftsumfeldes - über gestiegenen oder zumindest stagnierenden Gesamtumsatz im heurigen Jahr.
- Die Unternehmen sehen als größte Risikofelder die aktuellen militärischen und geopolitischen Spannungen (45%), die allgemeine Diskriminierung gegen ausländische Unternehmen (44%) und Protektionismus (44%).
- Die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen basierend auf künstlicher Intelligenz wird laut Mehrheit der Teilnehmer steigen – sowohl in Bezug auf die Nachfrage in Ungarn als auch auf die Nutzung innerhalb des Unternehmens.
- Für 64% der beteiligten Unternehmen hat das Thema Nachhaltigkeit einen hohen oder sehr hohen Stellenwert in Bezug auf die ungarische Niederlassung.
Die aktuelle Umfrage vermittelt ein differenziertes Stimmungsbild für 2025: Mehr als die Hälfte der Befragten (52%) bewertet die wirtschaftliche Lage in Ungarn als verschlechtert, während weitere 42% die Stimmung als gleichbleibend werteten. Beim allgemeinen Wirtschaftsklima zeigt sich ein etwas günstigerer Trend: Die Mehrheit (49%) sah eine Kontinuität, jedoch beurteilen 42% die Rahmenbedingungen als rückläufig.
Die Aussichten für das nächste Jahr sehen ähnlich aus: 45% der Unternehmen rechnen mit Stagnation und 39% erwarten eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage in Ungarn. Lediglich 16% sehen Chancen für eine Verbesserung.
Trotz der schlechten wirtschaftlichen Stimmung sind die österreichischen Unternehmen verlässliche Arbeitgeber: rund 67% der Befragten möchten die Anzahl ihrer Mitarbeitenden gleich halten, 22% sehen sogar eine Steigerung im Personalbestand für das kommende Jahr vor.
Repräsentativer Querschnitt
Die an der Global Business Barometer-Umfrage teilnehmenden Firmen variieren stark in Bezug auf ihr Tätigkeitsfeld (Branche und Fachgebiet) und stellen daher einen repräsentativen Querschnitt der österreichischen Betriebe in Ungarn dar: Von den Befragten sind 31% Dienstleister und 33% Produzenten, während 22% angaben, als Vertriebsniederlassung in Ungarn tätig zu sein. 14% der Beteiligten haben eine sonstige Tätigkeit in Ungarn. Bezogen auf den Umsatz erwirtschafteten 2025 rund 22% der beteiligten österreichischen Firmen mehr als 20 Mio. EUR und rund 17% 11-20 Mio. EUR.
Prognosen und Wünsche für die Zukunft
Die Prognosen für 2026 zeigen in Bezug auf den Gesamtumsatz Hoffnung: die Firmen rechnen mit einem steigenden oder zumindest stagnierenden Gesamtumsatz (53% bzw. 30%), mit steigenden oder gleichbleibenden Auftragsvolumen (47% bzw. 35%) und einer stagnierenden oder wachsenden Kapazitätsauslastung (45% bzw. 38%).
Österreichische Unternehmen bleiben dem Standort treu: Die Mehrheit plant keine De-Investments, Investitionen und Beschäftigtenzahlen sollen überwiegend konstant bleiben. Dies unterstreicht, dass die Unternehmen den Markt nicht aufgeben, sondern auf Konsolidierung setzen.
Die Standortvorteile bleiben attraktiv. Die österreichischen Niederlassungen schätzen in Ungarn die gute Qualität und Verfügbarkeit der lokalen Zulieferer, die Fortschritte der Digitalisierung, die arbeitsrechtlichen Bedingungen und die Zahlungsmoral der ungarischen Kunden.
Die Firmen wünschen sich aber Verbesserungen bei der Bekämpfung von Korruption und Kriminalität sowie in der Berechenbarkeit der Wirtschaftspolitik. Auch die Rahmenbedingungen für öffentliches Ausschreibungswesen stellen die Firmen vor Herausforderungen. Die nächstwichtigsten Problemfelder für österreichischen Niederlassungen sind verhaltene Kaufkraft sowie der Mangel an Rechtssicherheit.
Top-Themen 2025: Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit
Dieses Jahr wurden die österreichischen Niederlassungen auch befragt, wie sie die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen basierend auf künstlicher Intelligenz im nächsten Jahr aus der Sicht ihres Unternehmens einschätzen sowie zum Stellenwert der Nachhaltigkeit bei der ungarischen Niederlassung.
KI gewinnt für Unternehmen in Ungarn zunehmend an Bedeutung – sowohl für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen als auch für interne Prozesse. Mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht eine Steigerung in Bezug auf die Nachfrage von KI-basierten Produkten bzw. Dienstleistungen in Ungarn vor und 56% planen, die künstliche Intelligenz innerhalb ihres Unternehmens verstärkt zu nutzen.
Auch die Nachhaltigkeit nehmen die österreichischen Firmen ernst: 64% der Befragten sehen einen hohen oder sehr hohen Stellenwert dieses Themas in ihrer ungarischen Niederlassung.
Die österreichische Wirtschaft in Ungarn
Österreich gehört zu den Topinvestoren in Ungarn mit rund 10% der hier getätigten ausländischen Direktinvestitionen und rund 75.000 Beschäftigen bei österreichischen Arbeitgebern. Aktuell sind etwa 1.400 österreichische Betriebe (größer als Ein-Personen-Unternehmen und mit regelmäßigen Transaktionen) aktiv.
ADVANTAGE AUSTRIA BUDAPEST
ADVANTAGE AUSTRIA Budapest, eine Zweigstelle der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), ist seit 1953 die Interessensvertretung der österreichischen Wirtschaft in Ungarn. Zu den operativen Tätigkeiten gehören u.a. Marktinformationen und Veranstaltungen, die Identifizierung von Geschäftschancen in Ungarn für österreichische Exportbetriebe sowie die Geschäftsanbahnung mit ungarischen Geschäftspartnern. Die Leitung des Büros obliegt dem Wirtschaftsdelegierten Mag. Philipp Schramel.
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ADVANTAGE AUSTRIA
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